Mundgesundheit bei Menschen mit Behinderung
Gesunde Zähne und ein gesunder Mund sind für das Wohlbefinden, die Ernährung, die Kommunikation und die allgemeine Gesundheit von großer Bedeutung. Menschen mit Behinderung benötigen bei der täglichen Zahnpflege jedoch teilweise besondere Unterstützung. Je nach Art und Ausprägung der Behinderung können Beweglichkeit, Wahrnehmung, Verständnis oder die Fähigkeit zur selbstständigen Mundpflege eingeschränkt sein.
Eine gute Zahnpflege sollte deshalb an die persönlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse des jeweiligen Menschen angepasst werden. Feste Abläufe, ausreichend Zeit und eine ruhige Umgebung können dabei helfen, die tägliche Mundpflege angenehmer zu gestalten. Auch vertraute Hilfsmittel, geeignete Zahnbürsten oder besondere Griffverstärkungen können die selbstständige Zahnpflege erleichtern.
Unterstützung durch Angehörige und Betreuungspersonen
Angehörige, gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer sowie Pflege- und Assistenzkräfte übernehmen häufig eine wichtige Aufgabe bei der Mundpflege. Sie können an das regelmäßige Zähneputzen erinnern, die Pflege anleiten oder – wenn erforderlich – die Zähne vollständig oder teilweise nachputzen.
Dabei ist es wichtig, die Selbstständigkeit des Menschen so weit wie möglich zu erhalten. Unterstützung sollte stets behutsam, respektvoll und in Absprache mit der betroffenen Person erfolgen. Kleine Schritte, Lob und wiederkehrende Rituale können dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und die tägliche Zahnpflege zu erleichtern.
Wenn die Mundpflege schwierig ist, Schmerzen vermutet werden oder sich das Verhalten beim Essen und Trinken verändert, sollte frühzeitig eine Zahnarztpraxis aufgesucht werden. Regelmäßige Kontroll- und Vorsorgetermine helfen dabei, Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Für den Zahnarztbesuch kann es hilfreich sein, die Praxis bereits bei der Terminvereinbarung über den individuellen Unterstützungsbedarf zu informieren. So kann sich das Praxisteam besser vorbereiten und beispielsweise mehr Zeit für die Behandlung einplanen. Vertraute Begleitpersonen können zusätzlich Sicherheit geben.
Weitere verständliche Informationen und praktische Hinweise zur Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung bieten:
Lebenshilfe – Rund um den Mund
Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend
Pflegetipps zur Mundpflege
Kurzfilme und Online-Ratgeber
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat gemeinsam mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) kurze Erklärfilme zur Mundpflege erstellt.
Ergänzend bietet das ZQP einen ausführlichen Online-Ratgeber zur Mundgesundheit mit Hintergrundinformationen, praktischen Empfehlungen und Hinweisen zu geeigneten Hilfsmitteln und Pflegeprodukten.
Die praktischen Pflegetipps richten sich insbesondere an Angehörige, Pflege- und Betreuungspersonen sowie an Menschen, die Hochbetagte, Pflegebedürftige oder Menschen mit Behinderung bei der täglichen Mundpflege unterstützen.
Die Kurzfilme stehen auf YouTube für Patientinnen und Patienten, Angehörige, Pflegekräfte und Zahnarztpraxen zur Verfügung. Sie sind bewusst verständlich und kurz gehalten und vermitteln praktische Hilfestellungen für den Pflegealltag.
Behandelt werden unter anderem folgende Themen:
- Mundpflege bei Menschen mit Behinderung
- Unterstützung beim Zähneputzen
- Mundtrockenheit
- Reinigung von Zahnprothesen
- richtige Anwendung von Haftcreme
- Erkennen von Zahnfleischerkrankungen
- Bedeutung der Mundgesundheit für die Allgemeingesundheit
Die Videos bieten eine wertvolle Unterstützung, denn viele pflegebedürftige Menschen werden zu Hause von Familienangehörigen oder ihnen nahestehenden Personen betreut. Eine regelmäßige und sorgfältige Mundpflege trägt dazu bei, Beschwerden zu vermeiden, die Nahrungsaufnahme zu erleichtern und die Lebensqualität zu erhalten.