Karies
Karies ist eine durch bakterielle Zahnbeläge vermittelte, zuckerabhängige und von verschiedenen Faktoren beeinflusste Erkrankung der Zahnhartsubstanz. Obwohl sie weiterhin zu den häufigsten Erkrankungen zählt, hat sich die Zahngesundheit in Deutschland deutlich verbessert. Nach den Ergebnissen der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie sind rund 80 Prozent der 12-Jährigen kariesfrei. Auch bei den 35- bis 44-Jährigen hat sich die Karieserfahrung seit 1989 halbiert. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, wie wirksam regelmäßige Vorsorge, Gruppen- und Individualprophylaxe sowie die Anwendung von Fluoriden sind.
Die Mundhöhle wird bereits im frühen Kindesalter von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt. Auch Streptococcus mutans kann von engen Bezugspersonen oder anderen Kindern übertragen werden. Für die Entstehung von Karies ist jedoch nicht ein einzelnes Bakterium verantwortlich. Entscheidend ist vielmehr, dass sich das Gleichgewicht im bakteriellen Zahnbelag durch häufige Zuckerzufuhr zugunsten säurebildender und säuretoleranter Mikroorganismen verschiebt. Ob daraus eine Karies entsteht, hängt vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab. Dazu gehören der Zahnbelag, die Häufigkeit und Dauer des Zuckerkonsums, die Mundhygiene, der Speichel, die Fluoridversorgung und die individuelle Beschaffenheit der Zähne.
Im Anfangsstadium zeigt sich eine Karies als Mineralverlust im Zahnschmelz, häufig in Form einer weißlichen Veränderung. Eine solche noch nicht eingebrochene Kariesläsion ist bereits behandlungsbedürftig, kann jedoch meistens ohne Bohren versorgt werden.
Durch eine sorgfältige Entfernung des Zahnbelags, die regelmäßige Anwendung von Fluoriden und eine Verringerung der Zuckerzufuhr kann der Kariesprozess gestoppt und die geschädigte Zahnoberfläche teilweise wieder remineralisiert werden.
Ist die Zahnoberfläche bereits eingebrochen und eine Kavität – umgangssprachlich ein „Loch“ – entstanden, kann sich die Karies im weicheren Dentin schneller ausbreiten und in Richtung des Zahnmarks fortschreiten. In diesem Stadium ist in der Regel eine weitergehende zahnärztliche Behandlung erforderlich.
Kein Zucker – keine Karies? Zucker spielt bei der Entstehung von Karies eine entscheidende Rolle. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge, sondern besonders auf die Häufigkeit des Verzehrs zuckerhaltiger Speisen und Getränke an. Eine möglichst zuckerarme Ernährung, ausreichend lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, eine gründliche Mundhygiene und die regelmäßige Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta schützen die Zähne.
Ein minimaler Mineralverlust kann unter Umständen ausgeglichen und das Fortschreiten der Erkrankung gestoppt werden. Bereits verloren gegangene Zahnsubstanz wächst hingegen nicht wieder nach.
Parodontose (Parodontitis)
Umgangssprachlich auch „Parodontose“ genannt
Parodontitis zählt zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Sie betrifft nicht den Zahn selbst, sondern den Zahnhalteapparat, der die Zähne im Kiefer verankert. Nach der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie wurden 95,1 Prozent der 35- bis 44-Jährigen einem Stadium der Parodontitis zugeordnet. Dabei überwiegen frühe und moderate Erkrankungsstadien; bei 17,5 Prozent lagen bereits fortgeschrittene Stadien vor.
Die Folgen einer Parodontitis können über die Mundhöhle hinausreichen. Besonders gut belegt ist die gegenseitige Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Diabetes. Darüber hinaus bestehen wissenschaftlich nachgewiesene Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Ein solcher Zusammenhang bedeutet jedoch nicht, dass die Parodontitis alleinige Ursache dieser Erkrankungen ist.
Ausgangspunkt der Parodontitis sind bakterielle Zahnbeläge, auf die der Körper mit einer Entzündung reagiert. Rauchen und ein schlecht eingestellter Diabetes erhöhen das Erkrankungsrisiko und können den Verlauf verschlechtern. Auch unzureichende Mundhygiene, die individuelle Immunabwehr und eine erbliche Veranlagung spielen eine Rolle.
Besser putzen, nicht rauchen – keine Parodontitis?
Eine gründliche Mundhygiene und der Verzicht auf Tabak senken das Risiko deutlich, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. So bestehen gute Chancen, die eigenen Zähne langfristig zu erhalten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.